Titel?

August 25, 2008 by oli

Im Winter 1984 habe ich mir zum ersten Mal ein drums&percussion Heft gekauft. Seit damals dann fast jede Ausgabe in der Hand gehabt. Und heute, 24 Jahre später, darf ich mich nun selber mal auf dem Titelblatt angucken. Mensch, toll! Und dann noch zusammen mit Herwig Mitteregger…PIUouu!

Außer dem eichen-umrahmten Nostalgie-Motiv möchte ich nun aber dem Gesagten noch ein paar konkrete Links nachtragen:
- 3x aussergewöhnliche Rhythmusmacher: Glenn Kotche, David Haynes, Duracell (& die Anderen)
- 3x Lese-Tipps: +/- Acht, De:Bug, Simplicity (mehr zum Lesen hier: 1, 2)
- 5x Umsonst-PDFs mit vielen Ideen
- 8x Einzelschnippsel im Mix zur Transkriptions-Seite 204:

Hier im Blog kannst du jedenfalls viele der angesprochenen Themen vertiefen, zur optimalen Orientierung helfen die Navigationsleiste (Seiten, Kategorien) und die Suchfunktion (Diese Seite durchsuchen, oben rechts). Bei Fragen kannst du nen Kommentar verfassen oder mir eine Email schreiben. Ich freue mich echt immer über Feedback!

Schließlich noch die im Interview angekündigte Postkarte mit den Hosentaschenkonzepten. Sie heißt bei mir Fell-Tattoo-Postkarte, da auf ihr meine Fell-Aufdrucke (von Snare und Standtom) zusammengefasst sind. Die rote Sprechblase gibt das Startsignal und los geht’s mit den Experimenten:

Ich würde gerne gaaaanz viel dazu erzählen, dabei gibt’s doch ordentlich viel Text auf dem A6 Format. Also lasse ich die Kreise und das Sägeblatt für sich sprechen und beschränke ich mich auf eine Symbolklärung der Snare-Landkarte:

- Das Dreieck markiert den Norden, bzw. die “12 Uhr” Position deiner Snare. Eine gute Orientierungshilfe für diverse Stimmtricks, und zudem Eselsbrücke zur optimalen Aufstellung der Trommel.
- Das AC/DC Symbol steht für die Anbindung in die Welt des elektrischen Stroms. Hier gibt es Platz für einen Trigger.
- In dem Bereich wird der SIDESTICK gespielt. Für einen statischen & programmierten Sound ist es wichtig, immer dieselbe Stelle des Rims zu treffen.
- Am Rim kannst du mit Gaffer Tape ein kleines Geldstück ($) befestigen, das dann bei jedem Trommelschlag dezent mitraschelt.
- Beim THIN RIM schlägt der rechte Stock direkt auf den Schlagreifen, entweder um einen klickigen, dünnen Sound zu erzielen, oder für handgemachte Claps (durch einen Vorschlag zusammen mit dem Sidestick).
- NOISE. Ein wahrnehmbares Rauschen entsteht bei loser Teppichspannung.
- LATIN deutet auf die Interpretations-Möglichkeiten ohne Snare Teppich hin: spiel die Trommel wie eine Timbale oder wie eine Conga (mit Filzschlägel oder Hand)
- 808. Der Klang eines Roland TR-808 Tom lässt sich ebenfalls ohne Teppich imitieren.
- In der HI PITCH Zone erklingt ein hoher, alternativer Snare Sound. Du erzeugst hier deutlich mehr Obertöne als in der Fellmitte. Sozusagen: deine “zweite Snare”.
- DISCO-T steht für Disco-Tool oder Disco-Towel: ein am Spannreifen befestigtes Geschirrtuch. Diese Auflage wird bei Bedarf hochgeholt, auf die Snare gelegt und du bekommst einen fetten, dumpfen Disco Sound.
- Das DRUMBAL ist ein 8″ (oder 10″) großes Becken mit Haltegriff. Es wird am geschicktesten auf den eingezeichneten “Parkplatz” gelegt. Damit lassen sich verschieden elektronische Klänge nachbilden, von der E-Snare über Rauschen, bis hin zum Handclap.
- Ein Plastikschlauch wird in das Ventil (=Luftloch) der Trommel gesteckt. Bläst du damit nun Luft in den Kessel verändert sich die Tonhöhe. Sie wird höher. Der Pitch-Bend, äh Breath-Controller für Drummer!
- Beim RIMSHOT werden Rim und Fell gleichzeitig getroffen.
Der laute und knallige Sound wird gerne für Akzente gewählt.
- Im Herzen der Trommel, der Fellmitte, ensteht ein satter und ausgewogener Ton.
(Den Text habe ich übrigens der inneren “e-beats Beats am Drumset” Umschlagseite entliehen)

nanoPAD

August 24, 2008 by oli

Das Korg nanoPAD hat meine Aufmerksamkeit erregt. Es scheint ein Midi-Tool zu sein, das gut zu meinen minimalistischen Equipment-Konstrukten passen könnte… Vier Argumente für ein potentielles Setup “Laptop/nanoPad/Akustik-Schlagzeug” oder für neue Inspiration beim Basteln:

ganz vorne: die Chord-Memory (hier: Hold) Funktion, eine simple wie harmonisch befreiende Möglichkeit, einen Intervall-Turm mit nur einem Finger auf der Tastatur zu verschieben. Ist fast schon ein Korg-Klassiker (siehe Mono/Poly, PolySix, Poly61, Poly800…) und neben dem Arpeggiator die zweite eindrucksvolle Krücke für jeden Nicht-Klavierspieler.
Das könnte also für die Umsetzung heissen: nen phatten einhändigen Beat etablieren und mit der linken Hand housige Akkorde drücken.

Oder. Das nanoPad wird als Fill-Generator verwendet, indem ein Sample, Loop oder Klang mit der Roll oder Flam Taste (- wie schön: zwei Nostalgie-Funktionen aus frühen Drumcomputer Ära -) oder der ChaosPad-Reminiszenz, dem X/Y-Pad, verbogen wird.

Ab Oktober soll es testbereit sein. Bis dahin höre ich mal in Ian Pooley’s “Chord Memory” aus dem Jahre 1996 rein.

Wabern, Waben und Wappen

August 23, 2008 by oli

Drei Ausgeh-Tipps:

Berlin, heute ab 16h, auf zum Krautok-Happening, 10 Euro für 24 Stunden elektronische Live-Musik.

PPC Music in Hannover macht ein Sommerfest und veranstaltet am 29.8. eine Drum Night mit Sibi Siebert als Special Guest am Simmons SDS-V.
“Piuuu! Piuuu! Aua, Gelenkschmerzen…”
Zur mentalen Vorbereitung empfehle ich dringend noch einen Gang durch’s Simmons-Museum.

Und am 7. September eröffnet Dirk Erchinger seine DrumTrainer Schule in Berlin. Ob’s bei der Einstands-Party wohl das lässige Enblem als Aufnäher gibt? Also: hingehen und nachfragen. Und tolle Trommler anhören, Felix Lehrmann, Markus “Onkel” Lingner, Drum Connection & natürlich: Dirk.

Lichtblitz

August 22, 2008 by oli

Seit geraumer Zeit bin ich auf der Suche nach einer günstigen oder gar kostenloser VJ-Software, die es mir ermöglicht, Fotos oder Kleinst-Filmchen (parallel zu schicken Klängen aus dem SPD-S) zu triggern. Ürgendwie werde ich aber nicht fündig, andererseits bemerke ich ein heimliches Liebäugeln mit dem Prinzip der Lichtorgel, keine Bilder, sondern nur einfaches, frequenzbasiertes Auflechten: automatisch, oldschool und seeehr minimal.

Die 3-lampige Ausführung ist natürlich der Klassiker. >>Grün für die Mitteltöne, blau für die Höhen und gelb für die Bässe.<< Außerdem gefallen mir noch die Simmons-ähnliche Wabe und “moderne” Ansätze à la Mute Math.

3x DJ Culture

August 22, 2008 by oli

Kulturbegriff irgendwo zwischen Stadionhymne und ‘Welt am Sonntag’: auf Vinyl von den Pet Shop Boys (1991), auf Papier von Ulf Poschardt (1995), oder klebrig (und heutig) vom Koffein-Brause-Produzenten.

Noch mehr Sommerkraut & Rüben

August 16, 2008 by oli

Morgen, am Sonntag, den 17.08.2008 spielt morgens! um 11 Uhr Nik Bärtsch’s Ronin im Hof des Historischen Museums in F/Main. Die Uhrzeit ist heftig, der Eintrittspreis von 5 Euro dagegen mehr als versöhnlich. Ich werde meinen Wecker stellen und bin gespannt auf Kaspar Rast (Drums) und Andi Pupato (Percussion).

Vier tage später - und in Hamburg - könnt ihr Benny Greb beim Dreh seiner neuen DVD unterstützen: genießt das 3ergezimmer und klatscht kräftig (mit). Donnerstag 21.08.2008, 19h im Nachtasyl/HH, for free!

Diese Gelegenheit werde ich leider nicht wahrnehmen, da ich mich für einen Ausflug nach Amsterdam & meer entschlossen habe - selbstverständlich nicht ohne ein angemessenes WWW-Ferien-Set zu hinterlassen:
in Form von geschmackvoller Camping/Festival-Verpflegung (von der Roten Gourmet Fraktion)
und diversen Oldschool-Dub-Tracks:
Keith Hudson “In the Rain” (1973)
Keith Hudson “Pick A Dub” (1973)
Upsetters “Drum Rock” (1973)
King Tubby “Dub Experience” (1974)
Jacob Miller “Who say Jah No Dread” (1974/75)
Jacob Miller & Augustus Pablo - Baby I Love You So (1974/75)
Augustus Pablo “Brace’s Tower Dub” (1976)
The Upsetters “Super Ape”(1976)
Scientist “Chemistry” (1980)
Scientist “Saved By The Bell” (1980)
Scientist ” Just Say Dub … Who” (1981)
Scientist “Drum Song Dub” (1981)
African Head Charge “Stebeni’s Theme” (1981)
Scientist & Prince Jammy “Life” (1982)
Scientist & Prince Jammy “City of Gold” (1982)
“Scientist and Jammy Strike Back!” (1983)
Sly & Robbie “Skull & Crossbone” (1984)
African Head Charge “Off The Beaten Track” (1986)
Dub Syndicate “Stoned immaculate” (1991)
The Observers “Come Dub” (?)

Ich verabschiede mich mit dem Ur-Smiley der Rave-Bewegung auf dem I-D Magazine Cover von No 54 12/1987:

Vermixtes

August 15, 2008 by oli

Erkenntnistag in der taz: >>Die Welt ist eine Google.<<
Über Ideenklau, Urheberrecht & Wissens-Maßstäbe. Ist für uns Schlagwerker ja eigentlich nichts Neues. Denn ähnlich uncool wie der Regelverstoß gegen das Copyright, ist die Regel selbst, die Beats, Grooves, Rhythmen einfach vom Schutz ausschließt. Getrommelte Ideen werden selbstverständlich unentgeldlich weiterbenutzt.
Tragisch (- Rente? -) und befruchtend zugleich (- denk mal an das Version-Prinzip im Reggae: hier wird seit Einführung der Mehrspurtechnik ein und der selbe Rhythmus-Track/Riddim effizient, sprich zig-fach verwertet; oder denk an die ‘90er, als Sample-Workstations plötzlich für jeden Bedroom-Producer erschwinglich wurden und sich dadurch das komplette Beat-Vermächtnis zukunftsweisend verbiegen lies).
Also ich würde sagen, lasst uns verantwortungsvoll umherziehen und hier ne Idee weiterspinnen, da mal was abkupfern, aber auch: dort mal was geben. In diesem Sinne steure ich prompt ein Jomox-Dub-Jam aus dem Jahr 2003 für die Allgemeinheit bei und richte viele Grüße von Marcel Duchamp aus.

Als neuen Ansporn, wieder mal zu üben, werde ich mir morgen dieses Yehudi Menuhin (?) Zitat auf die Hand schreiben:
>> a musician who doesn’t feel like practicing is like a bird that doesn’t feel like flying.<<

Mein Freund Markus hat sich in Amerika ein Keeley/Ibanez AD-9 bestellt, und ich - als großer Freund analoger Delays - bin mal sehr gespannt, wie schön das kleine lila Kästchen wohl zwischern wird.
By the way: der Robert Keeley modifiziert auch ein Line6 DL-4 oder Boss DD-3 für dich. Und weil’s gerade gut passt, werden Tonehunter und Analogman ebenfalls erwähnt.
Im weiteren Verlauf des Netz-Gammelns habe ich übrigens noch ein weiteres analoges Wiederhall-Gerät entdeckt, mit dem vielversprechenden Namen Echoczar (-leider auch fürstlichem Preis von 795 $ -) und schickem E-E-e Logo.

Jetzt bitte den Spot auf zwei Illustratoren, die ich längst schon unterbringen wollte:
Monsieur Sylvain belebt gerne alte Öl-Schinken. Sein Jäger und Hasenbild war Standdeko bei einer kleinen Desingmesse in Frankfurt.

Und Julie Doucet veröffentlicht im selben Verlag wie Brian Chippendale. So was zum Beispiel:

Dann habe ich dieser Tage noch den taz-Veriss der “Subjekte des Tracks” gelesen. Interessiert mich das Buch jetzt überhaupt noch? Bin unschlüssig und überbrücke die Entscheidungsfindung mit Jochen Bonz’s Internet-Material und seinen “Sound Signatures“.

Was ich zum Schluß noch loswerden möchte:
die olympischen Ringe erinnern mich immer wieder an die Yamaha DD-Drumtoys:

PS. Hans Nieswandt bündelt ebenfalls Vermixtes. Auf der letzten Seite seines Buchs “Disko Ramallah” wie auf seiner Website. Von ihm also habe ich mir den Titel für meinen Sommerloch-Beitrag geborgt.

PPS. mein lieber Freund Andreas heiratet morgen, irgendwo in Galizien - und ich kann ihn leider, leider nicht erreichen. Also brülle ich die herzlichsten Glückwünsche ins Modem und hoffe, dass die elektronische Flaschenpost die beiden irgendwie erreicht!

mehr Bass!

August 12, 2008 by oli

>>Und? Hört es sich nun anders an als zuvor? Der Euphoriker ist geneigt, Ja! zu rufen - Ja! Ja ! Ja! -, die besondere Klarheit des neuen Klangs zu loben, die Extrafettheit, mit der man nun die Tracks um die Ohren gehauen bekommt. Tatsächlich hat man natürlich überhaupt keine Ahnung; ohne Vergleich kein Urteil, das kennt jeder vom Boxenkauf.<<
Tobias Rapp im taz Artikel über die neue Anlage im Berliner Berghain.

Schöne Aussicht

August 12, 2008 by oli

Habe in meiner iTunes-Library gerade zufällig das “La Bella Vista” Album ausgewählt, und jetzt klimpert der Ambient-Künstler Harold Budd angenehm unaufgeregt durch die verregnete August-Nacht.

freier Fall

August 12, 2008 by oli

Wasserspringen finde ich toll!. Und alle vier Jahre erinnert mich die Olympiade wieder an dieses Interesse

Als ich gestern Abend dann ein Interview mit Heike Fischer und Ditte Kotzian hörte, kamen mir einige Parameter dieser Sportart sehr vertraut vor:
gemeinsames Traing, Konzentration, Spaß, Konkurrenz ausblendender Tunnelblick, Absprache-Timing-”blindes” Vertrauen-Synchronität, Risiko, Präzision, Ästhetik.
Und nicht zuletzt existieren mit den Klippenspringern von Acapulco auch noch richtig lässige Rockstars.

PS. ne ganz tolle Aussicht beim Springen gibt’s im Piscina Municipal De Montjuic in Barcelona. Ohhh!